Trauer…

ein Wort in dem nicht grundlos „au“ und „rau“ steckt, wie mir scheint…

Kennt ihr das auch? Man ist allein und mit etwas beschäftigt oder auch mit jemandem im Gespräch und auf einmal… zack… ein Geräusch oder Geruch, eine Geste oder der Gang einer fremden Person, vielleicht auch ein Lachen oder ein Lied und plötzlich entsteht ein Bild von etwas oder jemandem das oder den man verloren hat.

In Sekundenschnelle ist sie da, die Emotion, in einer Intensität, die alles andere kurzfristig ausblendet. Das Herz rast, der Atem ändert Rhythmus und Tiefe, der Bauch zieht sich zusammen und die Augen schließen sich für länger als das normale Blinzeln.

Und dann, zumindest ist das bei mir so, wird sich schnell zusammengerissen und weiter funktioniert, so dass unser Gegenüber im besten Fall nichts merkt und wir nicht das Gefühl bekommen, etwas erklären zu müssen. Wenn man ohnehin allein war, bewahrt einen das davor mal genauer hinzusehen und rein zu spüren, was das eigentlich gerade für ein Gefühl war. Schmerz? Trauer? Traurigkeit? Verzweiflung? Frustration?

Im Laufe unseres Lebens verlieren wir so vieles. Manchmal handelt es sich um uns wichtige Menschen, manchmal um Tiere, manchmal um unsere Träume, Ziele, oder persönliche Zufriedenheit.Es kann sich auch um Freiheit, Unabhängigkeit, Seelenfrieden, Unbeschwertheit, eine Beziehung, Freundschaft oder ein gebrochenes Herz handeln. Manchmal verlieren wir auch nur die Contenance.

In fast allen Fällen von Verlust ist es richtig und wichtig diesen zu betrauern.Die Trauer braucht Raum und Zeit, damit wir heilen können. Leider wird ihr das allzu oft nicht zugestanden.

Wir bewältigen weiter unseren Alltag, maßregeln uns selbst indem wir die Traurigkeit herunterspielen und uns sagen, dass wir uns nicht so anstellen brauchen, gibt schließlich immer noch Schlimmeres oder Menschen die eher ein Recht haben zu trauern, und durch rumheulen und trauern kommt die Person, Sache oder Situation ja schließlich auch nicht wieder zurück.

Ich kann für mich sagen, dass ich mir, seit ich erwachsen bin, nie wirklich erlaubt habe zu trauern obwohl es vieles gab das betrauernswert war. Typisch ist für mich, negative, unangenehme Gefühle zu verdrängen, mich abzulenken beispielsweise mit Sport, oder Netflix oder auch es wegzuschieben indem ich mir nachdrücklich klar mache, wie viele gute und schöne Dinge es doch in meinem Leben gibt. Na und wer mich kennt weiß, dass eine Tüte Chips und ein Glas Wein auch immer eine gern gewählte Methode sind um mich nicht mit schmerzhaften Emotionen auseinander zu setzen.

Wie erstaunt war ich da, als ich in meinen Achtsamkeitskursen lernte das Ganze mal anders zu betrachten und anders anzugehen. Darüber dann mehr im nächsten Beitrag….

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