Metta-Meditation

oder:
wie man Leuten die man doof findet Gutes wünscht….

Die Metta Meditation wird auch Meditation der liebenden Güte genannt. Hierbei geht es darum allen fühlenden Lebewesen gegenüber eine freundlich-wohlwollende Haltung einzunehmen.

Allen fühlenden Lebewesen gegenüber, dazu zählt also nicht nur mein Hund, meine Kinder, meine Freunde, sondern auch jede Mücke und Spinne… Ebenso wie der nervige Nachbar, die unfreundliche Kassiererin im Supermarkt oder jemand der mich wirklich geärgert oder verletzt hat. Zu guter letzt zähle auch ich selbst mit dazu.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass diese Form der Meditation eine Menge an Übung erfordert und auch nicht immer gleich gut funktioniert. Was aber sicher ist, sie tut richtig, richtig gut. Es lohnt sich also es zu versuchen!

Man beginnt wie immer mit einer aufrechten und würdevollen Sitzhaltung. Zuerst konzentrieren wir uns auf die Körperempfindungen, indem wir einmal von Kopf bis Fuß durch den Körper wandern, dann auf unseren Atem. Nach dem Loslassen der Anspannungen z.B. im Kiefer, Nacken oder Rückenbereich, versuchen wir uns mit unserem Herzen zu verbinden. Manchmal hilft es, dafür die Hand auf unser Herz zu legen.

Als erstes sprechen wir uns selbst Herzenswünsche im Stillen zu. Was für viele Menschen gut funktioniert sind die Sätze: „Möge ich glücklich sein“ „Möge ich sicher und beschützt sein“ Möge ich gesund sein“ „Möge ich unbeschwert leben“, diese Wünsche sind uns allen ziemlich wichtig. Jeder merkt selbst welche Formulierung für ihn richtig und passend ist.

Im Anschluss daran denken wir an ein Lebewesen, dass wir sehr gern haben und wünschen diesem ebenfalls die o.g. Sätze. „Mögest du glücklich sein“ usw. Danach weiten wir die Wünsche auf Freunde und Familienangehörige aus.

Und dann kommt die erste echte Herausforderung: wir stellen uns jemanden vor, mit dem wir uns schwer tun, jemand dem wir mit Antipathie oder sogar Aversionen begegnen. Hier spreche ich allerdings noch nicht von jemandem den wir wirklich ablehnen oder gar hassen. Diese Person kommt im nächsten Schritt. Ihr Gutes zu wünschen ist manchmal sehr schwierig, doch auch eine Chance uns von Kränkungen und Verletzungen zu lösen und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Theoretisch bezieht man dann im letzten Abschnitt alle Lebewesen im Umfeld und auf dem gesamten Planeten. mit ein. Mir persönlich ist das oft zu abstrakt und die Gefühle von Freude und – ja, tatsächlich – Wohlwollen und Erleichterung, die sich im Laufe der Metta-Meditation bereits eingestellt haben, lassen mich oft einfach in Stille verharren und dann die Übung dankbar beenden.

Da alle Schritte zu absolvieren auch sehr zeitintensiv ist (ca 30 – 45 Minuten) kann man auch nur einzelne Teile daraus für sich wählen. Ich fand es anfangs sehr schwer, mir selbst Gutes zu wünschen. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, ist es wie beim Flugzeugabsturz, erst setze ich mir die Sauerstoffmaske auf und dann helfe ich andere zu versorgen. Wenn ich mir selbst gegenüber freundlich bin, bin ich es auch anderen Menschen gegenüber. Vielleicht ist deshalb mein Lieblingswunsch: „Möge ich großzügiger mit mir selbst und anderen sein.“

Natürlich freue ich wie immer sehr wenn Ihr mir Eure Gedanken oder persönlichen Erfahrung, Favoriten oder anderes mitteilen mögt!
In diesem Sinne. „Mögen wir alle glücklich sein!“

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