„In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten“

  • Mark Twain (1835 – 1910)

Genau das ist der Grund weshalb es Sinn macht, achtsam zu sein und im gegenwärtigen Moment zu verweilen. Wir hören etwas und unser Körper ebenso wie unser Geist sind sofort im Autopilotenmodus. Wir reagieren wie wir auch schon die 73 Male zuvor reagiert haben. Nur hat uns das bisher weder glücklich gemacht noch irgendwie voran gebracht.

Ziel der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion ist es also, durch das Vergegenwärtigen der aktuellen Situation in der wir uns befinden, den Druck des Autopiloten raus zu nehmen und uns einen Handlungsspielraum zu verschaffen. Das gelingt indem wir beispielsweise einfach einige Male ruhig ein- und ausatmen und uns auf den Atem und auch wo wir ihn im Körper spüren konzentrieren.

Ich habe schon früher oft gedacht „Ach das ist jetzt aber richtig meditativ!“, wenn ich beispielsweise mit meinem Hund in der Natur unterwegs war und außer Blättergeraschel, Vogelgezwitscher und unseren Schritten nichts zu hören war. Oder wenn ich an der See war, die Augen schloss und nur den Geruch und Geschmack der salzhaltigen Luft sowie das Meeresrauschen hörte.

Trotzdem bin ich erst jetzt durch die Lehren von Jon Kabat-Zinn dahin gekommen, meditieren nicht mehr nur mit dem Sitzen auf der Matte in Verbindung zu bringen. Dem Sitzen in absoluter Stille, mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen den Geist zu leeren, (an gar nichts zu denken wie soll das gehen?)und in Schmerzen auszuharren bis die Klangschale ertönt und die Mediation beendet ist.

Jetzt weiß ich dass es immer eine passende Meditation für meine jeweilige Verfassung gibt. Meist ist es tatsächlich früh morgens, direkt nach dem Aufstehen die 30 minütige Sitzmeditation, entweder in Stille oder auch mal geführt. Aber wenn es mich, z.B.wegen Rückenschmerzen, einfach nicht auf die Matte und das Meditationsbänkchen zieht, dann mache ich entweder im Liegen den Bodyscan oder 40 Minuten achtsames Yoga mit weichen, sanften Bewegungen. Die Gehmeditation gibt es auch noch, aber die behandle ich eher stiefmütterlich.

Auf jeden Fall ist für Jeden etwas dabei, für jede körperliche oder seelische Verfassung, was mir persönlich eine Menge Druck nimmt.

Dennoch kommt es natürlich auch hier auf Konsequenz und Nachhaltigkeit an. Wie meine Achtsamkeitslehrerin Sabine von MBSR Eppendorf in Hamburg coaching-mbsr-hamburg.de immer sagte, gilt es unseren Achtsamkeitsmuskel zu trainieren und das geht nur mit üben, üben, üben.

Insofern versuche ich täglich mindestens 30 Minuten und am besten bis zu 60 Minuten in einer der oben aufgeführten Varianten oder auch Kombinationen zu meditieren. Ich bin weit davon entfernt dadurch meine Reaktionsmuster generell auszutricksen aber es gelingt mir immer öfter aus dem Autopiloten auszusteigen und das macht Mut und bringt mich dazu weiter zu machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.